Monday, May 19, 2008

Additum 433 – Monster

Freitag, 16. Mai 2008 [16:44 MEZ]
Sancta Nongrata an Heilige Würmer und Selige Spam

CC: Benedikt XVI., Dr. Ralph Bergold - Katholisch-Soziales Institut, Kardinal Paul Josef Cordes - Präsident des Päpstlichen Rates “Cor Unum”, Bernhard Docke - Anwalt von Murat Kurnaz, Prof. Benjamin B. Ferencz - Völkerrechtler u. ehemaliger US-Ankläger bei den Nürnberger Prozessen, Manfred Gnjidic - Anwalt von Khaled El-Masri, Prof. Theodor W. Hänsch - Physik-Nobelpreisträger u. Papstberater, Prof. August Heuser - Dommuseum Frankfurt am Main, Prof. Fotis Kafatos - Molekularbiologe - Biotechnologe u. Papstberater, Wolfgang Kaleck - Anwalt für Menschenrechte, Prof. Jörg Kinzig - Strafrechtler, Prof. Thomas Macho -Kulturwissenschafter, Renato Kardinal Martino - Präsident des Päpstlichen Rates für Justiz und Frieden, Dr. Maria Meesters - Katholische Rundfunkarbeit am SWR, Dr. Vehlow & Wilmans - Rechtsanwälte, Benedikt Widmaier - Akademie für politische und soziale Bildung der Diözese Mainz, Michael Witti - Anwalt für Menschenrechte, Apostolische Nuntiatur in Berlin, Deutsche Bischofskonferenz, Kommission für Zeitgeschichte in Bonn, Kontemplative Schwestern vom Guten Hirten, Päpstliches Komitee für Geschichtswissenschaften, Radio Vatikan, Radio X


Liebe Vermiculi Sancti, liebe Selige Spam,

"Die Verurteilung, mein Mandant sei ein Monster, wird diesem Mann nicht gerecht" - so sprach der Verteidiger von Josef Fritzl.

Josef Fritzl, der MENSCH, hat seine Tat – oder besser seine Taten - nach eigenen Angaben en detail geplant. "Ich musste einen Ort schaffen, an dem ich Elisabeth irgendwann möglicherweise zwangsweise von der Außenwelt fernhalten konnte". "Es muss etwa 1981, 1982 gewesen sein, als ich begann, einen Raum in meinem Keller als Zelle umzugestalten. Ich hab eine schwere, mit Beton ausgegossene Eisentür davor angebracht, sie mit einem Elektromotor und einer Fernbedienung, per welche ich das Tor durch Eingabe eines Nummerncodes öffnen und schließen konnte, ausgestattet." Danach habe er "alles schalldicht zugepflastert, eine Toilette installiert, Bett und Kühlschrank in das Verlies geschleppt“. „Ich habe das Verlies aus Sicherheitsgründen zu errichten begonnen. Elisabeth entwickelte sich nämlich so ganz anders als meine anderen Kinder, sie ging nächtelang aus, trank Alkohol … riss sogar zweimal aus“.

Josef Fritzl, der MENSCH, wusste, dass sich niemand in "seinen Keller" verirren würde, sein Opfer und die von ihm gezeugten weiteren Opfer ihm dort hilflos ausgeliefert sein würden. "Der Keller meines Hauses gehörte mir, mir alleine, war mein Reich, das nur mir zugänglich gewesen ist. Das wusste jeder, der da wohnte. Meine Frau, meine Kinder, meine Mieter. Und niemand von ihnen hätte es gewagt, in mein Reich vorzudringen oder mich danach zu fragen, was ich da tue", zitiert ihn "News".

… „In Camp Delta hatten wir Zementzellen, ohne Fenster, ohne Tageslicht. Manche Gefangenen haben Probleme mit ihren Augen, weil sie seit Jahren nur Dinge sehen, die nicht weiter als drei Meter entfernt sind. Außerdem sind die Gitterstäbe dort fluoreszierend grün – das blendet die Augen. In Camp Delta verlor ich fast den Verstand. Mein Nachbar ist total durchgedreht, er hat sich nackt ausgezogen und sich mit seinen eigenen Exkrementen eingeschmiert.“ ….
http://www.nansenundpiccard.de/pdf/Runte-Guantanamo.pdf
… „Die Größe des Lagers ist erstaunlich. Im inneren gibt es mehrere, mit doppelten Stacheldrahtverhauen abgeriegelte, kleinere Abteilungen. Dazwischen Wachtürme“ …
http://www.arte.tv/de/geschichte-gesellschaft/arte-reportage/Videos-von-A-bis-Z-/a-z/1729060.html

Josef Fritzl, der MENSCH, galt als jovial, höflich, unauffällig, sympathisch - „ein integerer Herr, der nie ausfällig wurde.“ Er war säuberlich, ordnungsliebend, perfektionistisch, diszipliniert, römisch-katholisch, gut rasiert. Er trug maßgeschneiderte Anzüge und Schuhe, ging gern aus, fuhr Mercedes, machte Urlaub in Thailand, genoss gebräunt sein Leben.

Das sich patriotisch gebende Personal von Guantanamo Bay lebt in seiner Freizeit lachend im Sonnenschein. Es erlebt feucht-fröhliche Grillabende und Schwimmausflüge zu traumhaften felsigen Stränden. In der Bucht ankert ein Sportfischerboot – Angeln ist in der Bucht die liebste Freizeitbeschäftigung. Dann gibt es da noch das Tauchen, das Bowlen, die vielen Fitnessstudios und das kostenlose Freiluftkino. Auch die drei Gründungsväter des Gefangenenlagers lassen es sich fernab wohlergehen: George W. Bush, Dick Cheney et Donald Rumsfeld. Vor Lager 6 ist eine Tafel mit ihren Namen angebracht.
Siehe: http://www.arte.tv/de/geschichte-gesellschaft/arte-reportage/Videos-von-A-bis-Z-/a-z/1729060.html

Alle wissen um die Gefangenen, die abgeschottet hinter stählernen Türen dahin vegetieren - Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr. Sie wissen um das stets gleiche künstliche Licht in den künstlich belüfteten Zellen – wissen um diese Welten ohne Sonnenstrahl, ohne Blumenduft, ohne Vogellaut. Und Sie wissen um noch sehr viel mehr dort…

Josef Fritzl, der MENSCH, soll mit Nazi-Disziplin groß geworden sein. Woher aber nahmen Nazi-MENSCHEN ihre Härte, ihre MITLEIDLOSIGKEIT? Erbten sie sie von Kain, dem ersten Sohn von Adam und Eva? Ging nicht schon von Beginn an das menschliche Miteinander voll daneben, obwohl doch die Schöpfung gut gewesen war und Gott am siebten Tag zufrieden ruhte?

"Die Verurteilung, mein Mandant sei ein Monster, wird diesem Mann nicht gerecht" – so sprach der Verteidiger von Josef Fritzl. Ja, Josef Fritzl ist ein MENSCH – ein MITLEIDLOSER MENSCH. Aber wer ihn als Monster sehen will, kann sich auch mit dem Gedanken beschäftigen, ob die Schaffung eines MITLEIDLOSEN Monsters nicht auch eine Monstrosität des Schöpfers bedingt. Immerhin ist zu lesen: „Vor allem im Umkreis des theologischen Denkens der Kirchenväter und des Mittelalters ist das Monstrum ein Mahnzeichen, das die Gläubigen auf die Gefahren und Folgen eines Abweichens vom rechten Glauben hinweisen soll – das also bewusst [ ! ] von Gott gesetzt ist“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Monstrum). Das Monstrum muss also sein, damit die Guten gut bleiben können? Wie viele MENSCHEN werden wohl in Zukunft als monströse „Mahnzeichen Gottes“ herhalten und Unschuldigen größtes Leid zufügen müssen.

Ceterum censeo, bellum et tormentum esse interdicenda.


Mit herzlichen Grüßen

Nongrata

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