Sunday, November 25, 2007


Additum 323 - Satan vis à vis

Samstag, 24. November 2007 [19:13 Uhr]

Vermiculi sancti scribint Nongratae

CC: Benedikt XVI., Dr. Ralph Bergold - Katholisch-Soziales Institut, Bernhard Docke - Anwalt von Murat Kurnaz, Manfred Gnjidic, Anwalt von Al Masri, Prof. Dr. Theodor W. Hänsch - Physik-Nobelpreisträger - Papstberater, Prof. Dr. August Heuser - Dommuseum Frankfurt am Main, Prof. Dr. Fotis Kafatos - Molekularbiologe - Biotechnologe - Papstberater, Wolfgang Kaleck - Anwalt für Menschenrechte, Prof. Dr. Jörg Kinzig - Strafrechtler, Prof. Thomas Macho - Kulturwissenschafter, Dr. Maria Meesters - Katholische Rundfunkarbeit am SWR, Prof. Dr. Wolf Singer - Hirnforscher - Papstberater, Dr. Vehlow & Wilmans - Rechtsanwälte, Benedikt Widmaier - Akademie für politische und soziale Bildung der Diözese Mainz, Michael Witti - Anwalt für Menschenrechte, Apostolische Nuntiatur in Berlin, Deutsche Bischofskonferenz, Evangelische Kirche Deutschland, Kontemplative Schwestern vom Guten Hirten, Päpstliches Komitee für Geschichtswissenschaften, Radio Vatikan, Radio X


Liebe Nongrata,

"Gott ist mit uns", sagen schon immer Soldatenmenschen. So heiligen sie ihren Krieg und die dabei begangenen Verbrechen. Auf der Gegenseite ist natürlich immer Satan. Also kann beim Foltern eines verstockten Gegners nicht Gott,
sondern nur Satan gequält werden - heutzutage auch notfalls mit "Hard Erections Killer Sex" (Werbung für diesen feindlichen Sex fanden wir, die Würmer, just heute morgen in unserem Spam-Ordner).

In Colorado, wo es wichtige Militäreinrichtungn und Militärbasen gibt, haben gleich mehrere christlich-fundamentalistische Organisationen und Kirchen ihre Hauptquartiere aufgeschlagen, wie wir aus einem empfehlenswerten Artikel wissen (Nick Abbe, "Deus lo vult!" - Gotteskrieger im US-Militär? http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26616/1.html). Colorado Springs wird deshalb auch "evangelikaler" Vatikan genannt. Intolerante und nationalistische Auslegungen christlicher Werte werden dort vertreten. Das führt zu Bekehrungsversuchen und Diskriminierungen von Atheisten, Juden und Angehörigen anderer Religionen bis hin zu Zwang und schweren Bedrohungen. Jahrelang hätte es das Pentagon zugelassen, schreibt der Autor, "dass an US-Soldaten im Irak und in Afghanistan sogenannte Freedom Packages verteilt wurden. Diese enthielten Bibeln, Bekehrungshilfen auf Englisch und Arabisch sowie das Computerspiel "Left Behind: Eternal Forces", in dem der Spieler als "Soldat Gottes" Feinde zur Strecke bringen muss. Das Spiel beruht auf einer apokalyptischen, teils antisemitischen Buchreihe des Reverend Timothy LaHaye." Diese Kampagne wurde von einer religiösen Organisation gesteuert, die zur Aktion 'America supports you' des Verteidigungsministeriums gehörte. Sie plante auch eine Entertainment-Tour durch US-Stützpunkte im Irak, genannt "Military Crusade". Auch über eine Studie von William Millonig wird berichtet, nach der die Pentagon-Hierarchie mit geheimnisumwobenen Organisationen wie der 'International Christian Leadership' (auch bekannt als die 'Fellowship') in enger Verbindung stehen.
Religion ist also hilfreich im Kampf gegen den Feind, sie beruhigt das schlechte Gewissen, mit ihrer Autorität wird ein Krieg zu einem "gerechten".
Ein christlich-nationalistischer Generalmajor - auch für US-Militär-Geheimdienste zuständig gewesen - erklärte im Jahr 2003, man könne nur gewinnen, wenn man "im Namen Jesu" gegen die Feinde ziehe. Und ein Oberstleutnant der Marines meinte 2004 vor der BBC zu wissen: "Der Feind hat ein Gesicht - man nennt ihn Satan. Er wohnt in Falludscha, und wir werden ihn vernichten." Da aber Satan immer wieder entwischt - unfassbar, wie er nun mal ist - wird auf Teufel komm heraus weiter gebombt, verwundet, erschossen, eingesperrt und gefoltert. Dabei schaut die vermeintliche Satansbrut aus wunderschönen, oft leider angsterfüllten Augen. Wir, die Würmer, können diese Wesen nur lieben und wünschen zutiefst, dass sie von Gott und allen Schutzengeln beschützt werden - auch vor den Auswirkungen der Uranmunition, mit dem die "Soldaten Gottes" selbst Blumen, Gräser und Würmer achtlos verseucht haben und auch in diesem Augenblick weiterhin verseuchen.

Das alles ist so furchtbar traurig, dass wir, die Würmer, uns nun ablenken werden beim Mäusesheriff Jippi Brown, dem doppelten Sheriff von Mokassin-Flat, Texas.

Ceterum censimus, bellum et tormentum esse interdicenda.
~~ ~~~~ ~ ~

Vermiculi sanctiiiiiiiiiiiii


Wider die Folter: http://wider-die-folter.blogspot.com

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